SIGRID ALVAREZ

Ärztliche Privatpraxis für Psychotherapie,
Psychosomatik & Hypnose in Hanau

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EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

EMDR ist eine relativ neue , mittlerweile aber allgemein anerkannte, sehr effektive Therapieform, die ursprünglich zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen entwickelt wurde.

Sie geht zurück auf die amerikanische Psychologin Francine Shapiro, die in den späten 1980er Jahren durch Zufall die verblüffende Wirkung der wechselseitigen Hirnstimulierung (ursprünlich durch Augenbewegungen) entdeckte und diese zunächst mit großem Erfolg bei kriegstraumatisierten Vietnam-Veteranen anwandte. Hiermit stand erstmals eine effektive und schnell (oft schon innerhalb einer einzigen Sitzung) wirksame Methode zur Behandlung traumatisierter Menschen zur Verfügung.

Seitdem ist die Vorgehensweise in den Grundzügen gleich geblieben, es eröffnen sich aber nach und nach weitere Anwendungsmöglichkeiten bei Störungen und Symptomen, die auf den ersten Blick nicht traumatischen Ursprungs sind, bei näherem Hinsehen aber doch eine ganze Reihe von Mikrotraumatisierungen in der Vorgeschichte zeigen.

EMDR ist ein psychologisches Verfahren, das eine Weiterverarbeitung traumatischer, eingefrorener Erinnerungen und Gefühle ermöglicht, sodass der traumatische Komplex sich auflösen und neue Bewertungen und Handlungsmöglichkeiten entstehen können.

Die Heilungsprozesse laufen dabei selbstorganisatorisch ab, das heißt, während der bifokalen Stimulation kommt ein Verarbeitungsprozess in Gang, an welchem Kognitionen (Gedanken), Emotionen (Gefühle) und besonders auch Körpergefühle beteiligt sind. Dieses geschieht praktisch „von selbst“ im Klienten, der Therapeut hat eine beobachtende Position und interveniert explizit nicht in den Vorgang.

Besonders wichtig ist hierbei das Prinzip der Bipolarität, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Durch die äußeren wechselseitigen Reize (z.B. Augenbewegungen) werden die Hirnseiten abwechselnd stimuliert, verschiedene Hirnareale werden aktiviert und kommen miteinander in Kontakt, gleichzeitig schwingt die Aufmerksamkeit zwischen zwei Polen (Belastung und Heilungskraft). Erstarrtes kann in Fluss kommen, neue Verbindungen geknüpft werden.

Was da so kompliziert klingt, ist es mit Sicherheit auch – unser Gehirn ist komplexer als jeder Computer – aber darüber brauchen Sie sich nicht den Kopf zu zerbrechen, schließlich heilen auch körperliche Wunden, ohne dass Sie diesen Vorgang bis ins Letzte verstehen müssen. Konkret sieht das so aus: Sie konzentrieren sich auf eine bestimmte belastende Erinnerung, dann werden Serien von bilateralen Stimulierungen durchgeführt (außer Augenbewegungen können es auch akustische oder taktile Reize sein), in den Pausen teilen Sie dem Therapeuten kurz mit, was Sie wahrnehmen.

Es empfiehlt sich in den meisten Fällen, 90 Minuten für diese Sitzungen anzusetzen, um den Prozess nicht vorzeitig unterbrechen zu müssen.

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig; vor allem natürlich Belastungen durch traumatische Erfahrungen jeder Art, auch wenn diese schon viele Jahre zurückliegen. Vom Symptom ausgehend : Ängste und Phobien, Panikattacken, Essstörungen, chronische Schmerzen, psychosomatische Störungen, Depressionen.

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