Hypnose, Hypnotherapie

Hypnose ist ein besonderer Bewusstseinszustand, in welchem komplexe Veränderungen der Körperfunktion, der Wahrnehmung, des Denkens und der Emotionen vorkommen. In diesem Zustand besteht eine erhöhte Bereitschaft zu Veränderungen, zur Annahme von Suggestionen (aber nicht gegen den eigenen Willen oder eigene Grundsätze), ein verbesserter Zugang zum Unbewussten, zu eigenen Fähigkeiten, Ressourcen, auch zu "vergessenen" , verdrängten Erfahrungen. Nach Dirk Revenstorf "ermöglicht Hypnose unter günstigen Umständen , mehr von der Bandbreite der physiologischen, emotionalen und kognitiven Möglichkeiten zu nutzen als es im Alltagsbewusstsein zugelassen wird".

Dieser Zustand einer leichten oder etwas tieferen Trance kann therapeutisch genutzt werden, um innere Suchprozesse anzustoßen und Zugang zu tieferen Schichten unserer Psyche zu finden. Und eben hier hat jeder Mensch einen großen Schatz an Wissen, sowohl über die Ursachen der „Blockaden“ und Symptome wie auch über die Möglichkeiten der Lösung.

Selbstorganisatorische Hypnose

Selbstorganisatorische Hypnose heißt, wir orientieren uns am Unbewussten des Klienten, sodass Fremdbestimmung oder Beeinflussung durch den Therapeuten bei korrekter Anwendung praktisch ausgeschlossen werden können. Im Gegensatz zur klassischen Hypnose gibt es keine direkten Suggestionen (wie Sie es vielleicht von der Showhypnose kennen), sondern mittels Fragestellungen oder Prozessanregungen soll der Klient selbst seine Antworten und Lösungen finden.

Einen guten Zugang zu unbewusstem Wissen kann man finden, indem man die Symbolisierungsfähigkeit des Unbewussten nutzt. Nach Carl Gustav Jung ist „das Symbol der bestmögliche Ausdruck eines weitgehend unbewussten Inhalts“; es kann sowohl im Zustand der Hypnose wie auch in Träumen vielschichtige Inhalte und Bedeutungen enthalten – von verdrängten persönlichen Erfahrungen und damit verbundenen Gefühlen bis hin zu Einflüssen und Wissen aus der Familiengeschichte; letztendlich auch, in noch tieferen Schichten, Repräsentationen aus dem Kollektiven Unbewussten in Gestalt so genannter Archetypen.

Inhaltlich werden die gleichen Ziele verfolgt wie in der tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapie, mit dem Unterschied dass die Behandlungen oft viel kürzer sind, da man über den direkten Zugang zum Unbewussten „Abkürzungen statt Umwege“ gehen kann.

Besonders hervorzuheben ist die große Verarbeitungskapazität des Unbewussten sowie seine immer zuverlässige und extrem schnelle Reaktionsfähigkeit. Hierauf basiert das Züricher Ressourcen Modell (ZRM, Maja Storch und Frank Krause), ein mit Bildern arbeitendes Verfahren zur Entwicklung zielorientierten Handelns.

In der Traumatherapie kann Hypnose ebenfalls zur Anwendung kommen. Eher selten wird in der modernen Hypnose mit sogen. "direkten Suggestionen" gearbeitet, wobei dem Klienten ein von ihm erwünschtes Zielverhalten vorgegeben wird, beispielsweise bei hartnäckigen Gewohnheiten, Abhängigkeiten, oder auch zur Schmerzlinderung.

Von den deutschen Ärzte- und Psychotherapeutenkammern wird die Hypnotherapie mittlerweile als wissenschaftlich fundierte Methode anerkannt; Fortbildungen in diesem Bereich werden mit entsprechenden Punkten bewertet.